Graues Riesenkänguru „Peterchen“

Das Graue Riesenkänguru „Peterchen“ wurde am 30. Dezember 2009 von der Tierpflegerin Jennifer Otte bei ihrem morgendlichen Rundgang über die Australienanlage im Zoo Neuwied gefunden. Das Jungtier lag auf dem Boden und durch die eisigen Temperaturen in der Nacht war es stark unterkühlt. Man kann nur vermuten, dass das Känguru in der Nacht aus dem Beutel des Muttertieres gefallen ist und es von alleine nicht mehr hinein geschafft hat. Wenn die Jungtiere es nicht aus eigener Kraft schaffen in den Beutel zurück zu klettern, kann es vorkommen, dass die Mütter ihre Jungtiere irgendwann zurücklassen.

Am liebsten rollt sich Peterchen in seinem Beutelersatz ganz eng zusammen

 

 


Seit diesem Tag ist Jennifer Otte die Pflegemutter für das kleine Känguru. Da ein Känguru mit ca. 6 Monaten schon 2 kg wiegt, konnte der Kleine nicht ständig in einem Jutebeutel am Bauch getragen werden. Daher dient nun eine große Plastiktonne, die mit vielen Decken warm und kuschelig ausgelegt ist, als Ersatzbeutel.

 

 

 

Kängurus benötigen eine ganz spezielle Milch, die vom Zoo Neuwied extra aus Australien eingeflogen wird. Ab einem Alter von 8-9 Monaten fangen die Kleinen langsam an feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie fressen Obst, Gemüse, Knospen, Heu und eine Körnermischung die speziell für Kängurus zusammengestellt wird. Bis zum 18. Monaten trinken sie jedoch nebenbei immer noch Milch.


Peterchen beim Trinken der Spezialmilch

Peterchen beim Rundgang mit seiner Ersatzmami

 

 

 

Inzwischen ist Peterchen schon so groß, dass er jeden Morgen seine Pflegerin bei dem morgendlichen Rundgang über die Känguruanlage begleiten darf. Dort kann er schon erste Kontakte zu seinen Artgenossen knüpfen. „Er entfernt sich oft schon sehr weit von mir, aber vor den großen Emus, die auch mit auf der Anlage leben, hat er Angst. Dann ist er ganz schnell wieder bei mir“, lacht Frau Otte.


Da Peterchen noch ein Jungtier ist und daher viel Ruhe braucht ist er natürlich nicht den ganzen Tag im Zoo zu sehen,

aber in ein paar Wochen bekommt das kleine Beuteltier im Zoo Neuwied erst mal ein eigenes kleines Gehege in dem er Auslauf hat, aber nicht weghüpfen kann. Wenn er groß genug ist kann er dann mit auf die große Känguruanlage.

Der Zoo Neuwied hält auf einer 3,5 ha großen Anlage die größte zusammenhängende Herde an Grauen Riesenkängurus außerhalb von Australien zusammen mit Bennettkängurus und Emus. Hier wird sich Peterchen dann sicherlich schnell in die Gruppe eingewöhnen und kann dann unter seinen Artgenossen leben.