Heutige Zoos unter wissenschaftlicher Leitung verstehen sich unter anderem als:

Die pädagogische Abteilung im Zoo Neuwied, die so genannte Zooschule, ist dabei für den Aspekt des naturkundlichen Biologieunterrichtes zuständig. Sie ist genauso verantwortlich für die (interaktive) Beschilderung im Zoogelände, den Zooführer und die Organisation von Sonderveranstaltunge wie z.B. Mal- oder Fotowettbewerben, wie auch für Unterricht und Führungen von Schulklassen oder Kindergartengruppen, das Erstellen didaktischen Materials wie Arbeitsblättern und Fragebögen und die Lehrerberatung.

Über die pädagogische Abteilung im Zoo Neuwied

Rückblick - Zoo und Zoopädagogik

Während von 1960 an in Deutschland nach und nach in allen größeren Tiergärten Zooschulen eingerichtet wurden, konnte die Zoopädagogik in Neuwied erst relativ spät Fuß fassen, nachdem Förderverein und neue Zooleitung Gelegenheit gehabt hatten, den Zoo überhaupt auf einen aktuellen tiergärtnerischen Standard zu bringen und zu etablieren. Die erste zoopädagogische Arbeit wurde ab 1989 von einem Kreis engagierter Lehrer geleistet, die didaktisches Material wie Spiele und Arbeitsblätter für die Nutzung im Zoo entwickelten. Schon ein Jahr später wurde, zunächst befristet, eine Zoopädagogin eingestellt. Was in allen übrigen alten Bundesländern eine Selbstverständlichkeit ist, die Abordnung von Lehrern für regelmäßigen Zooschulunterricht, sieht sich das Land Rheinland-Pfalz nicht zu leisten imstande. So finanzierte der Förderverein ab 1993 schließlich selbst eine feste Pädagogenstelle. Mit der abschließenden Erstellung eines Schulgebäudes in 1996 hatte der Fördenverein damit aus eigener Kraft die Grundlage für eine moderne, leistungsfähige Zoopädagogik geschaffen.

Pädagogisches Konzept

Unsere Einrichtung steht grundsätzlich Interessenten aller Altersklassen offen, sie wird allerdings überwiegend von Grundschulen genutzt. Somit ist das Programm schwerpunktmäßig für diese und die angrenzenden Altersgruppen, d.h. die Sechs- bis Zwölfjährigen, ausgerichtet. Für sie haben wir unsere Arbeit unter das Motto "Zoo und Zoologie zum Begreifen" gestellt. Begreifen ist dabei durchaus auch im wörtlichen Sinne gemeint: Wie dick ein Straußenei ist, daß eine Daunenfeder zum Wärmen ganz anders strukturiert ist als eine Schwungfeder zum Fliegen, wie hart der schützende Schildkrötenpanzer ist und daß sich eine Schlange nicht feucht und eklig anfühlt -- all das wird eben leichter durch Begreifen "begriffen" als nur durch Anschauen "erkannt" oder durch reines Zuhören "verstanden". Dies praktisch umzusetzen und den Zoo als Stätte der originalen Begegnung zum Lernen mit allen Sinnen voll auszuschöpfen ist uns wichtiges Anliegen. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt auf selbständigem, spielerischen Lernen durch Ausprobieren, Prüfen, Handeln und Erkunden Für den Aufbau entsprechender Lernstationen in diesem Sinne stellt der neue Klassenraum endlich die notwendige Ergänzung. Wichtiges Anliegen ist uns, beim Erlebnis der originalen Begegnung Verständnis für das Tier als Mitgeschöpf zu wecken bzw. zu vertiefen und über naturwissenschaftliches Grundlagenwissen hinaus auch die Betroffenheit von Umwelt- und Naturschutzproblemen zu vermitteln!

Angebote und Aktionen

Führungen

Vor allem an Vorschul- und Grundschulkinder wendet sich die seit Jahren beliebte Führung "Zoologie zum Be- Greifen". Darüber hinaus können nach Anmeldung auch Führungen für jede beliebige Altersgruppe zu einem Thema nach Absprache durchgeführt werden. Außerdem gibt es regelmäßig allgemeine Führungen, z.B. Abendführungen (Motto:"Abseits vom Trubel"; Termine) oder Spezialführungen für Tierpaten, denen so "ihr" Patentier nähergebracht werden kann.

Unsere allgemeine Zooführung "ZOOlogie zum Be-Greifen" wendet sich vor allem an die Sechs- bis Zwölfjährigen. Begreifen ist dabei durchaus auch im wörtlichen Sinne gemeint: Wie dick ein Straußenei ist, wie hart der schützende Schildkrötenpanzer ist oder dass sich eine Schlange nicht feucht und eklig anfühlt -- all das wird eben leichter durch Begreifen "begriffen" als durch Anschauen oder gar nur durch reines Zuhören verstanden. Diese Erkenntnis wollen wir in unseren Führungen praktisch umsetzen und bedienen uns dabei der Möglichkeiten, die der Zoo als Stätte zum Lernen mit allen Sinnen bereithält. Außerdem ist uns wichtig, beim Erlebnis der originalen Begegnung Verständnis für das Tier als Mitgeschöpf zu wecken bzw. zu vertiefen.

Dauer : 1 Stunde
Kosten: 20,00 EUR pro geführter Gruppe (zzgl. Eintritt)
Gruppengröße: ideal: bis 15 Schüler -- Maximal: Klassenstärke
Anmeldung: 02622/90 46 20

Fragebögen

Für Schulklassen bis zur achten Jahrgangsstufe und Kindergartengruppen halten wir Arbeitsblätter verschiedener Schwierigkeitsgrade bereit. Sehr beliebt bei Erst- und Zweitkläßlern ist die "ZOOlogie zum Be-Greifen". Der Lehrer bekommt am Eingang einen Kasten mit verschiedenen Präparaten, die er seinen Schülern an bestimmten vorgegebenen Stationen im Zoo zum "Be-Greifen" in die Hand gibt: Schildkrötenpanzer, Schafs- und Dromedarwolle, Straußenei oder Schlangenhaut - alles darf genau betrachtet, befühlt und beschnuppert werden. Anschließend sollen die Kinder herausfinden, welche Teile von welchem Tier stammen. Dieses Angebot ist ausgesprochen gut angenommen worden. Obwohl hauptsächlich durch "Mund-zu-Mund-Propaganda" unter den Lehrern bekannt geworden, ist der Präparatekasten fast täglich "ausgebucht".

Unterlagen anfordern:
Einen adressierten und mit 1,45EUR frankierten Rückumschlag im DIN A4-Format senden an:
Zooschule
Waldstraße 160
56566 Neuwied
(Bitte Altersangabe nicht vergessen)

Kosten:1,65 EUR (+1,45 EUR Porto, s.o.) bitte in Briefmarken beilegen

Unterricht

Beim Zooschulunterricht haben die Lehrer Gelegenheit, unter zehn lehrplanbezogenen Themen zu wählen. Besonders gefragt ist die Unterrichtseinheit für Drittkläßler "Anpassungen an den Lebensraum - Der Seehund: "Seehunde sehen aus wie ein Fisch ..." Sind es vielleicht auch Fische? Nein, nachdem die Schüler ein Seehundfell gestreichelt und Fotos von Milch trinkenden Seehund- und anderen Tierbabys gesehen haben, wissen sie: Wie Hunde sind auch die Seehunde Säugetiere und trotzdem: "Seehunde sehen aus wie ein Fisch, denn sie müssen so gut schwimmen und tauchen können wie Fische ... " Und das geht mit Flossen viel besser als mit Pfoten, Hufen oder Händen, wie die Kinder in eigenen Experimenten erleben. Am meisten beeindrucken die Tiere selbst durch ihre Gewandheit und Geschwindigkeit im Wasser. Alle Kinder dürfen mit auf die Sandbank innerhalb der Anlage kommen und den Seehunden selber einen Hering zuwerfen. Jeder erkennt: "Seehunde sehen aus wie ein Fisch, denn sie müssen so gut schwimmen und tauchen können wie Fische, weil sie Fische fangen und essen!"

Die Kinder, die zum Unterricht in die Zooschule kommen, vertauschen nicht einfach nur ihren heimischen Klassenraum mit dem in der Zooschule. Im Vordergrund unserer Unterrichtseinheiten steht der Aufenthalt im Zoogelände selbst und hier die originale Begegnung mit dem lebenden Tier. Ergänzend können in der Zooschule aber Besprechungen und Gedankenaustausch stattfinden, Experimente durchgeführt, Dias oder Videos vorgestellt oder Mal- und Bastelarbeiten vorgenommen werden. Der Schwerpunkt liegt auf selbständigem, spielerischen Lernen im Sinne von Ausprobieren, Prüfen, Handeln und Erkunden. Wichtiges Anliegen ist uns bei alledem, über naturwissenschaftliches Grundwissen hinaus immer auch den Tierschutz- und Naturschutzgedanken zu vermitteln.

Sie können z. Zt. unter sechs, meist lehrplanbezogenen Unterrichtsthemen wählen.

Primarstufe:
  • Beobachten von Tieren (Möglichkeit zur originalen Begegnung mit Zootieren (ausgewählte Arten))
  • Halten und Pflegen eines Tieres (Das Meerschweinchen)
  • Tiere in ihrem Lebensraum (Der Seehund)
Orientierungsstufe:
  • Beutegreifer -- Pflanzenfresser (Lebensweise/Gebißformen/Nahrungskette)
Sekundarstufe I/II:
  • Verhaltensforschung (Einführung in die Verhaltensbeobachtung)
  • Zootiere -- Gefangene oder Großgrundbesitzer (Artgerechte Tierhaltung/Aufgaben und Bedeutung von Zoos)

Für alle Unterrichtseinheiten gilt:

Dauer: 9.30 Uhr bis 12 Uhr
Kosten: 40,00 EUR pro Klasse (zzgl. Eintritt)
Anmeldung: 02622/90 46 20

Sollten Sie eine Unterrichtseinheit buchen, berücksichtigen Sie bei der Planung bitte: Die Kinder sollten so gekleidet sein, daß sie auch bei schlechtem Wetter zur Beobachtung der Tiere einige Zeit im Freien verbringen können. Jeder Schüler braucht einen Schreibstift. Alle übrigen Arbeitsmaterialien werden von der Zooschule gestellt. Am besten richten Sie sich zeitlich so ein, dass Sie schon gegen 9.15 Uhr am Zoo ankommen, damit genug Zeit bleibt, um zu bezahlen und vom Eingang bis zum Unterrichtsbeginn um 9.30 Uhr das Zooschulgebäude oder das entsprechende Tiergehege zu erreichen. Erfahrungsgemäß wünschen sich die Kinder, abschließend noch andere als die im Unterricht behandelten Tiere ansehen und auf den Spielplatz gehen zu dürfen. Dafür sollten Sie mindestens eine halbe, besser eine ganze Stunde Zeit einkalkulieren.

Baum- und Naturlehrpfad

Der heutige Zoo Neuwied ist geprägt durch einen Bereich natürlichen, einheimischen Waldes, der, am Hang des Naturparks Rhein-Westerwald gelegen, dem Besucher einen phantastischen Blick über das mittelrheinische Becken erlaubt. Über Obstbäume und einheimische Waldbäume hinaus wurden schon zur Gründerzeit um 1970, Exoten aus allen Kontinenten angepflanzt. Diese sind mittlerweile zu mächtigen Baumriesen herangewachsen.

Im Laufe der letzten Jahre wurden die interessantesten und schönsten Bäume beschildert. Der Zoo-Besucher kann sich so neuerdings in Neuwied über Zoologisches hinaus auch zu Fragen der Botanik informieren. Diese Baumschilder sind im Gegensatz zu den Beschilderungen der Gehege auf einer Baumstammscheibe befestigt. Durch diese auffällige Beschilderung erkennt der Besucher leicht die botanischen Besonderheiten in unserem Park.

Zirbelkiefer, Eibe, Coloradotanne, Mehlbeere, Schwarzerle und Säuleneiche sind nur eine kleine Auswahl der insgesamt über 70 beschilderten Baumarten. Wer gerne etwas mehr über die Flora in unserem Tierpark wissen möchte kann auch an einer der botanischen Führungen unter fachkundiger, forstlicher Leitung teilnehmen.

Im oberen Teil des Neuwieder Zoos ist ein Naturlehrpfad angesiedelt. Auf diesem Lehrpfad sind nicht nur die konventionellen Schilder für Flora und Fauna, sondern eine Vielzahl von Lehrtafeln die unter anderem die ökologischen Beziehungen, also die Abhängigkeit der Lebewesen untereinander aufzeigen. Dieses Angebot wird durch zahlreiche interaktive Zooschilder, die vor allem die Kinder ansprechen sollen, ergänzt. Mehrere Schutzhütten entlang dieses Weges laden zur Rast ein.

 

Gern beantworten wir weitere Fragen und stehen Ihnen für Absprachen zur Verfügung (Tel. 02622/90 46 20).

Die Zooschule freut sich auf Ihren Besuch!