Zooschule

Neue Programme für Schulklassen im Zoo Neuwied

Wie genau jagt ein Löwe seine Beute? Welche wilden Tiere sind vor unserer Haustüre heimisch? Und wie versorgt man eigentlich ein Zwergkaninchen wirklich artgerecht? Mit neuen Fragen und neuen Antworten freut sich das Team der Zooschule Neuwied auf zahlreiche Schulkinder, die mit ihren Klassen und Lehrkräften den Zoo als außerschulischen Lernort nutzen möchten. Die Zooschule des Zoo Neuwied besteht bereits seit 1999 und manches pädagogische Konzept hat sich bis heute bewährt. „Nichtsdestotrotz ist es an der Zeit für das eine oder andere neue Angebot – im Laufe der Jahre haben sich schließlich auch die Lehrpläne geändert“, so Franziska Günther, Leiterin der Zooschule im größten Zoo von Rheinland-Pfalz. „Wir freuen uns darüber, nun thematisch noch vielfältiger zu sein und jede Altersklasse und Schulform bedienen zu können!“, so die Pädagogin weiter. Neben einem neuen Programm über Gemeinsamkeiten von Raubtieren stehen nun auch heimische Wild- und vor allem auch Heimtiere im Fokus. „Oftmals liegt die tierische Wildnis ja direkt vor der eigenen Haustür – man muss nur wissen, nach welchen Spuren man Ausschau halten muss. Das möchten wir den Schülerinnen und Schülern gerne zeigen!“, sagt Günther.

 

Die neuen Angebote der Zooschule Neuwied konnten vor allem durch eine Förderung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz aus Mitteln der Lotterie Bingo geschaffen werden. Mit diesen Mitteln konnten unter anderem unterschiedliche Fährtenstempel angeschafft werden, um die Spuren der Tiere zu verdeutlichen. Auch Stereolupen und Mikroskope, sowie ein neuer Vitrinenschrank zur Aufbewahrung der verschiedenen Präparate bereichern nun die Zooschule.

 

Pädagogisches Konzept

Unsere Einrichtung steht grundsätzlich Interessenten aller Altersklassen offen, wird aber überwiegend von Grundschulen genutzt. Somit ist das Programm schwerpunktmäßig für diese und die angrenzenden Altersgruppen, d.h. die Sechs- bis Zwölfjährigen, ausgerichtet. Für sie haben wir unsere Arbeit unter das Motto "Zoo und Zoologie zum Begreifen" gestellt. Begreifen ist dabei durchaus auch im wörtlichen Sinne gemeint: Wie dick ein Straußenei ist, daß eine Daunenfeder zum Wärmen ganz anders strukturiert ist als eine Schwungfeder zum Fliegen, wie hart der schützende Schildkrötenpanzer ist und dass sich eine Schlange nicht feucht und eklig anfühlt -- all das wird eben leichter durch Begreifen "begriffen" als nur durch Anschauen "erkannt" oder durch reines Zuhören "verstanden". Dies praktisch umzusetzen und den Zoo als Stätte der originalen Begegnung zum Lernen mit allen Sinnen voll auszuschöpfen ist uns wichtiges Anliegen.

Unterricht

Die Kinder, die zum Unterricht in die Zooschule kommen, vertauschen nicht einfach nur ihren heimischen Klassenraum mit dem in der Zooschule. Im Vordergrund unserer Unterrichtseinheiten steht der Aufenthalt im Zoogelände selbst und hier die originale Begegnung mit dem lebenden Tier. Ergänzend können in der Zooschule aber Besprechungen und Gedankenaustausch stattfinden, Experimente durchgeführt, Dias oder Videos vorgestellt oder Mal- und Bastelarbeiten vorgenommen werden. Der Schwerpunkt liegt auf selbständigem, spielerischen Lernen im Sinne von Ausprobieren, Prüfen, Handeln und Erkunden. Wichtiges Anliegen ist uns bei alledem, über naturwissenschaftliches Grundwissen hinaus immer auch den Tierschutz- und Naturschutzgedanken zu vermitteln.
 

Baum- und Naturlehrpfad

Der heutige Zoo Neuwied ist geprägt durch einen Bereich natürlichen, einheimischen Waldes, der, am Hang des Naturparks Rhein-Westerwald gelegen, dem Besucher einen phantastischen Blick über das mittelrheinische Becken erlaubt. Über Obstbäume und einheimische Waldbäume hinaus wurden schon zur Gründerzeit um 1970, Exoten aus allen Kontinenten angepflanzt. Diese sind mittlerweile zu mächtigen Baumriesen herangewachsen. Im Laufe der letzten Jahre wurden die interessantesten und schönsten Bäume beschildert. Der Zoo-Besucher kann sich so neuerdings in Neuwied über Zoologisches hinaus auch zu Fragen der Botanik informieren. Diese Baumschilder sind im Gegensatz zu den Beschilderungen der Gehege auf einer Baumstammscheibe befestigt. Durch diese auffällige Beschilderung erkennt der Besucher leicht die botanischen Besonderheiten in unserem Park. Zirbelkiefer, Eibe, Coloradotanne, Mehlbeere, Schwarzerle und Säuleneiche sind nur eine kleine Auswahl der insgesamt über 70 beschilderten Baumarten. Im oberen Teil des Neuwieder Zoos ist ein Naturlehrpfad angesiedelt. Auf diesem Lehrpfad sind nicht nur die konventionellen Schilder für Flora und Fauna, sondern eine Vielzahl von Lehrtafeln die unter anderem die ökologischen Beziehungen, also die Abhängigkeit der Lebewesen untereinander aufzeigen. Dieses Angebot wird durch zahlreiche interaktive Zooschilder, die vor allem die Kinder ansprechen sollen, ergänzt. Mehrere Schutzhütten entlang dieses Weges laden zur Rast ein.

Die Zooschule freut sich auf Ihren Besuch!