Zuchterfolg bei hochbedrohten Leguanen
Regungslos sitzt die winzige, grün-braune Echse zwischen Ästen in ihrem Terrarium und blickt starr geradeaus. „Jetzt nur keine plötzlichen Bewegungen, sonst ist sie weg“, sagt David Otte. „Je kleiner die sind, desto hektischer sind sie auch.“ Als Obertierpfleger im Zoo Neuwied kennt er sich aus: Die Ctenosaura palearis, die Guatemala-Schwarzleguane, betreut er schon seit Haltungsbeginn in Neuwied 2018. „Wir haben damals vier kleine Jungtiere aus einem Schweizer Zoo bekommen, meines Wissens nach damals die einzige europäische zoologische Einrichtung, die Zuchterfolge vorzuweisen hatte.“ Die vier Tiere wuchsen schnell, und konnten bald als zwei männliche und zwei weibliche Tiere identifiziert werden. „Das hat uns natürlich gefreut, weil es Hoffnungen auf eine eigene Zucht machte“, erklärt David Otte. Guatemala-Schwarzleguane werden nicht nur selten gehalten, sie sind auch in der Natur äußerst selten: Nur noch etwa 2500 Tiere leben in dem lediglich 500 Quadratkilometer großen Verbreitungsgebiet im Südosten Guatemalas, welches auch noch in 4-5 Teilareale fragmentiert ist. Die internationale Naturschutzorganisation IUCN stuft die Art als stark gefährdet ein. Dabei ist sie eine wichtige Schlüsselspezies im Ökosystem: Da ihre Hauptnahrung die Früchte der Baumkakteen sind, spielen sie als Samenverbreiter eine bedeutende Rolle bei der Regeneration der Trockenwälder, und ihre Eier [...]










