Freud und Leid liegen nah beieinander

Neuer Berberlöwe im Zoo Neuwied, schmerzlicher Abschied Freudige und traurige Nachrichten liegen im Zoo Neuwied derzeit eng beieinander. Auf Empfehlung des EAZA Ex-situ Programms (EEP) ist bereits Mitte Januar ein neuer Berberlöwen-Kater eingezogen. Der 11-jährige „Julius“ kommt aus dem ZooParc Overloon in den Niederlanden, wo er zuletzt mit seinen drei Brüdern gewohnt hat. Julius durfte die ersten Tage in Ruhe im Innengehege ankommen und die Tierpfleger kennenlernen. Eigentlich hätten Julius und die Löwin „Zari“ in den nächsten Wochen zusammengelassen werden sollen, um als kleines Rudel die Anlage zu bewohnen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Denn kurz nach der Ankunft des neuen Katers veränderte sich unerwartet der Gesundheitszustand der 14-jährigen Löwin. Zootierärztin Lisa Kosber erklärt: „Zari litt plötzlich unter massiver Atemnot, und trotz intensiver Diagnostik und tiermedizinischer Versorgung gab es keine Aussicht auf Besserung. Unser oberstes Ziel ist es immer, Leiden zu verhindern.“ Aus diesem Grund wurde Zari vergangene Woche leider euthanasiert. „Die Entscheidung zur Euthanasie ist uns nicht leichtgefallen, war in diesem Fall jedoch der einzig verantwortungsvolle Weg. In der pathologischen Untersuchung fand man einen besonders bösartigen Tumor in Zaris Lunge. Sie war leider unheilbar krank.“ Der Berberlöwe, auch Atlaslöwe genannt, gilt in [...]

Freud und Leid liegen nah beieinander2026-02-05T09:43:45+01:00

Zoos setzen sich für Feuchtgebiete ein

Start der EAZA-Kampagne „Wetlands for Life” Moore, Flussauen, Mangroven oder das Wattemeer: Feuchtgebiete schützen uns vor Überschwemmungen, Verschmutzung und verbessern die Wasserqualität. Hier tummeln sich so viele Tier- und Pflanzenarten wie in kaum einem anderen Lebensraum. Sie beheimaten rund 40% der weltweiten Artenvielfalt und sind somit unabdingbar für den Artenschutz. Doch mehr als ein Drittel dieser Lebensräume ist in den letzten 50 Jahren weltweit verloren gegangen – schneller als jeder andere Lebensraum. Mit ihnen verschwinden auch viele Tierarten. „Feuchtgebiete sind wahre Lebensspender – für Tiere, für das Klima und letztlich für uns Menschen“, erklärt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Wenn wir sie verlieren, verlieren wir mehr als nur Landschaften: Es ist der Verlust von wertvollen Lebensräumen. In den wissenschaftlich geführten Zoos des VdZ übernehmen wir Verantwortung mit gezielten Erhaltungszuchtprogrammen, Bildung, Forschung und Schutzprojekten. Ob die bedrohte Europäische Sumpfschildkröte in unserer Region oder die Riesenotter in Südamerika – wo es gelingt, Arten zu schützen und wieder anzusiedeln, wächst auch die Hoffnung, dass Feuchtgebiete erhalten bleiben und neues Leben entstehen kann.“ Wie Zoos bedrohte Arten retten Genau hier setzen moderne Zoos an: Sie züchten bedrohte Tierarten, erforschen ihre Lebensweise und bereiten ihre Rückkehr [...]

Zoos setzen sich für Feuchtgebiete ein2026-02-02T09:29:23+01:00

Zootier des Jahres: Der Kronenkranich

Seine elegante Erscheinung, die goldschimmernde Federkrone, der weittragende Ruf und sein anmutiger Tanz machen ihn zu einem äußerst attraktiven Botschafter für seine Art und seine gefährdeten Lebensräume. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ernennt den Kronenkranich zum Zootier des Jahres 2026. Mit dieser Auszeichnung möchten die Kampagnenpartner auf die zunehmenden Bedrohungen für den Kronenkranich und für afrikanische Feuchtgebiete und kleinbäuerliche Kulturlandschaften als seine bevorzugten Lebensräume, aufmerksam machen. Das öffentliche Bewusstsein für seinen Schutz muss gestärkt werden. Kronenkraniche erreichen eine imposante Flügelspannweite von zwei Metern. Sie leben südlich der Sahara in Afrika. Als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs werden sie in vielen Kulturen der Sahelzone verehrt. In Uganda ziert der Kronenkranich als Wappentier sogar die Nationalflagge und gilt als Symbol für Fortschritt und Frieden, in Ruanda und Burundi steht er für Glück und Reichtum. Als besonders talentierte Heuschreckenjäger helfen Kronenkraniche, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen. Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel in seinem natürlichen Lebensraum zu erleben. Nicht zuletzt trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei. Die charismatische Kranichart ist jedoch durch Lebensraumverlust, die Zerstörung [...]

Zootier des Jahres: Der Kronenkranich2026-01-21T15:45:04+01:00

Das Rebhuhn – Vogel des Jahres

Das Rebhuhn, ein vertrauter Anblick in der heimischen Feldflur, ist heute selten geworden. Als „Vogel des Jahres“ rückt die Art aktuell bundesweit in den Fokus von Natur- und Artenschützern. Im Zoo Neuwied lebt derzeit ein männliches Rebhuhn, das stellvertretend für seine wildlebenden Artgenossen steht. „Das Rebhuhn ist ein typischer Bewohner unserer Kulturlandschaft – und zugleich ein Verlierer der intensiven Landwirtschaft“, erklärt Kurator Florian Bonenkamp. Strukturreiche Felder, Brachen und Insektenreichtum, die das Rebhuhn zum Überleben braucht, sind vielerorts verschwunden. Entsprechend stark sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Die Auszeichnung zum Vogel des Jahres soll genau auf diese Problematik aufmerksam machen. Das Rebhuhn gilt als Gradmesser für den Zustand der Agrarlandschaft: Wo es ihm gut geht, profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten. Der Zoo Neuwied versteht seine Haltung daher bewusst auch als pädagogischen Auftrag. Besucherinnen und Besucher können das Rebhuhn aus nächster Nähe kennenlernen und erfahren, warum Arten der offenen Feldlandschaft heute besonders schutzbedürftig sind. „Das im Zoo Neuwied gehaltene Rebhuhn leistet einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung“, betont der Zookurator. Ziel sei es, Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu schaffen und zu zeigen, wie sehr der Mensch durch Landnutzung und Konsum Einfluss auf die heimische [...]

Das Rebhuhn – Vogel des Jahres2026-01-16T10:16:49+01:00

Wintereinbruch im Zoo

Einen selbst für Stammbesucher eher ungewohnten Anblick bietet der Zoo Neuwied in diesen Tagen: Während die Wege durch die Mitarbeiter stets schnell geräumt werden, sind Pflanzstreifen und Gehege unter einer dicken Schneedecke begraben. Aber was halten die Tiere von dieser Winterlandschaft, die für Besucheraugen so zauberhaft aussieht? „Bei solchen Witterungsbedingungen werde ich oft gefragt, wie die Tiere damit zurechtkommen“, erzählt Eva Fritsch, Zoopädagogin im Zoo Neuwied. „Die überraschende Antwort ist: In der Regel problemlos. Viele unserer Tiere stammen ohnehin aus Lebensräumen, in denen es zeitweise ähnlich kalt wird, wie jetzt bei uns. Unsere einheimischen Tiere wie Damhirsche und Wildkatze bekommen ebenso wie die Przewalskipferde ein dickeres Winterfell, und halten sich bei jeder Temperatur draußen auf. Auch der Sibirische Tiger kommt mit den niedrigen Temperaturen bestens zurecht, und zeigt sich aktiver als im Sommer. Wir passen bereits im Herbst mit dem Abfall der Temperatur die Futterrationen an, sodass der erhöhte Energiebedarf bei Kälte gedeckt ist“, berichtet sie weiter. „Die Schneeeulen und der Kleine Panda aus der Himalayaregion finden den Schnee und die Minusgrade wahrscheinlich richtig super“, vermutet Fritsch, „und der Kleine Panda ist im Winter in seinen kahlen Kletterbäumen auch viel besser zu beobachten.“ Totenkopfäffchen und [...]

Wintereinbruch im Zoo2026-01-08T10:47:10+01:00

Rückkehr der Manule

Sie sind klein, sehen einer Wildkatze sehr ähnlich, haben aber einen viel kürzeren Schwanz und im Vergleich zu den meisten anderen Kleinkatzen rundere Pupillen: Die Rede ist von Manulen. Zwei Manule – ein Männchen aus dem Zoo Košice (Slowakei) und ein Weibchen aus dem Tierpark Berlin – sind vor Kurzem in den Zoo Neuwied eingezogen. Nach Haltungspause freut sich das Team des Zoo Neuwied, erneut die Haltung einer der faszinierendsten Kleinkatzenarten der Welt aufnehmen zu können. Die beiden Neuankömmlinge haben ihre Eingewöhnungsphase noch getrennt voneinander gut begonnen und zeigen bereits erste neugierige Erkundungen ihres neuen Lebensraums. Manule, auch Pallaskatzen genannt, stammen aus den Hochsteppen Zentralasiens und gelten als besonders scheu. „Wir sind sehr glücklich darüber, wieder Manule im Bestand zu haben“, erklärt Florian Bonenkamp, Kurator im Zoo Neuwied. „Diese Tiere sind nicht nur optisch beeindruckend, sondern spielen auch eine wichtige Rolle in europäischen Erhaltungszuchtprogrammen. Unser Ziel ist es, mit ihrer Haltung zum Schutz der Art beizutragen und gleichzeitig unseren Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in diese seltene, wenig bekannte Katzenart zu ermöglichen.“ Manule sind durch ihr extrem dichtes Fell, das zu den wärmsten im Katzenreich zählt, perfekt an Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt angepasst. Typisch [...]

Rückkehr der Manule2025-12-28T11:14:26+01:00

Anpassung der Eintrittspreise zum 01.01.2026

Der Zoo Neuwied wird zum 1. Januar 2026 seine Eintrittspreise anpassen. Die Tageskarten für Erwachsene erhöhen sich um 3,00 Euro, die Tageskarten für Kinder um 1,50 Euro. Mit dieser Maßnahme reagiert der Zoo auf die deutlich gestiegenen Kosten in verschiedenen Bereichen. In den vergangenen Jahren haben sich die Energiepreise, Futterkosten sowie Aufwendungen für Instandhaltung und Tiermedizin spürbar erhöht. Vor allem die spürbar gestiegenen Lohnkosten, beschäftigen die Zooleitung intensiv. „Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, erklärt Zoodirektor Mirko Thiel. „Wir wissen, dass Preissteigerungen für die Besucher eine Belastung darstellen. Gleichzeitig möchten und müssen wir aber weiterhin eine gute Tierhaltung gewährleisten, unseren Mitarbeitern faire Löhne zahlen und unseren Besuchern ein attraktives, sich stetig weiterentwickelndes und nachhaltiges Zooerlebnis bieten. Um dies langfristig sicherzustellen, ist die Preisanpassung leider unumgänglich.“ Eine besonders attraktive Alternative zum Tageseintritt stellen die Jahreskarten dar. Sie ermöglichen unbegrenzte Besuche über das gesamte Jahr und lohnen sich vor allem für Familien, die den Zoo mehrfach besuchen möchten. Damit lassen sich jederzeit besondere Momente erleben: spontane Beobachtungen von Jungtieren, Toben in SWeNis-Kinderland oder einfach ein Spaziergang auf dem Zoogelände. Auch die besonderen Tage wie Familienfest, Artenschutztage oder Kinderfest lassen sich so ganz entspannt genießen. [...]

Anpassung der Eintrittspreise zum 01.01.20262025-12-22T10:39:22+01:00

Marderkaninchen bereichert Tierbestand

Ein eher seltener Anblick erwartet die Besucherinnen und Besucher des Zoo Neuwied: Mit dem Einzug eines männlichen Marderkaninchens ist erstmals diese besondere Kaninchenrasse im größten Zoo von Rheinland-Pfalz zu sehen. Charakteristisch für Marderkaninchen ist ihr fein abgestuftes, an das Fell eines Steinmarders erinnerndes Farbmuster, das sie von vielen anderen Kaninchenrassen deutlich unterscheidet. Der Zugang des Marderkaninchens stellt eine Bereicherung des Bereichs für Haus- und Nutztiere dar. Marderkaninchen entstanden nahezu zeitgleich in mehreren Ländern. In Deutschland wurden sie durch die Kreuzung verschiedener Kaninchenrassen wie Havanna-, Thüringer-, Chinchilla- oder Blauer-Wiener-Kaninchen gezüchtet und erstmals im Jahr 1924 auf einer Ausstellung in Hamburg der Öffentlichkeit präsentiert. Heute gilt diese besondere Kaninchenrasse als gefährdet. Der Grund dafür liegt in ihrer sogenannten Spalterbigkeit: Werden zwei äußerlich gleich gefärbte braun-blaue Marderkaninchen miteinander verpaart, weist nur etwa die Hälfte der Jungtiere dieselbe Fellfarbe auf. Die übrigen Nachkommen sind entweder weiß oder dunkel gefärbt. Diese genetische Besonderheit erschwert eine gezielte Zucht und macht den langfristigen Erhalt der Rasse besonders anspruchsvoll. Perspektivisch ist geplant, den Bestand zu erweitern: Im kommenden Jahr sollen voraussichtlich mehrere weibliche Marderkaninchen dazukommen. Langfristig möchte der Zoo damit einen Beitrag zum Erhalt dieser seltenen Rasse leisten. Der Neuzugang lebt bis dahin [...]

Marderkaninchen bereichert Tierbestand2025-12-17T14:05:03+01:00

Neuzugänge bei den Klammeraffen

Der Zoo Neuwied freut sich, die Ankunft zweier weiblicher Brauner Klammeraffen aus dem Zoo Barcelona bekanntzugeben. Die beiden Tiere sind wohlbehalten am Rhein eingetroffen und wurden in den vergangenen Tagen behutsam an ihr neues Umfeld gewöhnt. Kurz nach ihrer Ankunft begann die schrittweise Vergesellschaftung mit den zwei bereits in Neuwied lebenden Männchen – ein wichtiger Beitrag zum Europäischen Ex-situ-Programm (EEP) zur Erhaltung dieser stark bedrohten Art. Die Zusammenführung verlief sehr positiv: Nach vorsichtiger Annäherung zeigte die Gruppe schnell sozial gefestigtes Verhalten und bewegt sich inzwischen harmonisch durch ihre Anlage. Kleinere Rangeleien zur Klärung der Rangordnung sind völlig normal und können sich immer wieder ereignen. Braune Klammeraffen besitzen einen schlanken Körperbau, extrem lange Gliedmaßen und einen kräftigen Greifschwanz, der ihnen als „fünfte Hand“ dient. Das Fell variiert von hell- bis dunkelbraun, während Kopf und Gliedmaßen oft dunkler gefärbt sind. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum; einzig die Weibchen besitzen einen länglichen, röhrenförmigen Hautfortsatz im Genitalbereich (den sogenannten „Pseudopenis“), der eine Geschlechtsbestimmung auch für Besucher erleichtert. „Die Vergesellschaftung verlief harmonisch“, berichtet Tierpflegerin Lena Weeser aus der Prinz Maximilian zu Wied Halle. „Schon nach kurzer Zeit zeigten die Tiere ausgeprägtes Sozialverhalten – viel Körperkontakt, gemeinsames Ruhen und [...]

Neuzugänge bei den Klammeraffen2025-12-02T09:55:21+01:00

Weihnachts-Wunschliste der Tiere

Wunschzettel schreiben gehört bei vielen Kindern, und manchem Erwachsenen, fest zum alljährlichen Vorweihnachts-Programm. Auch im Zoo Neuwied wird seit 2017 immer im November eine Wunschliste zusammengestellt: Statt Videospielen, Rennautos und Puppenhäusern stehen hier jedoch ganz andere Wünsche drauf. Tierpflegerinnen und Tierpfleger, Kuratoren, Handwerker, Zoopädagogen und Tierärzte sammeln hier Dinge, die ihnen die Arbeit für und mit ihren tierischen Schützlingen erleichtern oder den Tieren selbst das Leben abwechslungsreicher, interessanter oder bequemer gestalten. „Im Gegensatz zu den meisten anderen Zoos in Deutschland muss sich der Zoo Neuwied zum größten Teil selbst finanzieren, da er privat geführt wird. Der Zuschuss aus der öffentlichen Hand zum laufenden Betrieb liegt bei unter 5%. Der sprichwörtliche Löwenanteil muss also selbst aufgebracht werden, hauptsächlich durch Eintrittsgelder und auch durch Spenden“, erklärt die stellvertretende Zoodirektorin Jasmin Kuckenberg. „Wir arbeiten daher sehr kostenbewusst, vergleichen die Preise für Futtermittel, Baumaterial und Dienstleistungen vor jeder Anschaffung ganz genau – an der Qualität können und wollen wir aber nicht sparen. Wir können die Tierhäuser und Gehege auch nicht einfach weniger heizen um die Energiekosten zu senken. Daher sparen wir, wie die meisten Menschen, eher am Luxus.“ Wobei die Luxusgüter eines Zoos nicht goldene Armbanduhren, Wochenendtrips oder teure [...]

Weihnachts-Wunschliste der Tiere2025-11-27T11:41:49+01:00
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