Würfelnatter-Schutzprojekt
Von den BesucherInnen unbemerkt ist eine neue Schlangenart im Zoo Neuwied eingezogen. In einer Reihe Freiland-Paludarien hinter dem Avimundo, der Vogelstation des Zoos, sind vor ein paar Wochen zwölf einheimische Würfelnattern eingezogen. „Die Paludarien sind sozusagen eine Mischung aus Terrarium und Aquarium, haben also einen Land- und einen Wasserteil“, erklärt David Otte, der im Zoo Neuwied als Obertierpfleger arbeitet. „Würfelnattern sind nämlich noch stärker ans Wasser gebunden als die viel häufigeren und daher bekannteren Ringelnattern. Ihre Nahrung besteht fast vollständig aus kleinen Fischen.“ Die Würfelnatter hat ein großes Verbreitungsgebiet in Europa und Asien, ihre letzten natürlichen Vorkommen in Deutschland sind jedoch auf drei kleine, isolierte Populationen in Rheinland-Pfalz beschränkt – damit gehört sie zu den seltensten einheimischen Wirbeltieren überhaupt. „Die Würfelnatter hat sehr spezielle Lebensraumansprüche und reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt, passt sich nur langsam an“, weiß Otte. „Das größte der drei deutschen Vorkommen liegt an der Lahn, mit Schwerpunkt auf dem Naturschutzgebiet ‚Schleuse Hollerich‘. Dort findet sie ideale Bedingungen vor. Allerdings ist die Lahn eine Bundeswasserstraße, und die Wehranlage in Hollerich muss aufgrund baulicher Defizite dringend neu gebaut werden. Dies könnte zur Beeinträchtigung der dortigen Würfelnatterpopulation führen.“ Um negative Auswirkungen zu verhindern [...]










