Gepardenliebe und Gepardenfrust
„Als wäre es mit der Gepardenzucht nicht ohnehin schon kompliziert genug…“, seufzt Petra Becker mit einem belustigten Blick über den Zaun der Gepardenanlage des Zoo Neuwied, wo sie als Tierpflegerin arbeitet. „Wenn man dann auch noch solche Individuen hat, wie diese beiden hier, dann kriegt man schonmal graue Haare.“ „Diese beiden“ sind die sechsjährigen Brüder Chomo und Sikio, seit 2019 im Zoo Neuwied und unzertrennlich. „Bei Geparden ist es so, dass die Weibchen Einzelgängerinnen sind, die ein festes Revier haben, während die Männchen allein oder im Bruderverband umherstreifen. Wenn ein Kater auf eine Katze stößt, dann kommt es zu einer Verfolgungsjagd, und nur, wenn er sie erwischt, kommt es zur Paarung. Diese Jagd ist quasi ein Fitnesstest: Nur, wenn das Männchen die Katze einholt, ist er fit genug, und darf seine guten Gene an ihren Nachwuchs weitergeben. Das ist evolutiv so fest verankert, dass die Katze ohne diese Jagd gar keinen Eisprung bekommt“, erklärt die Revierleiterin des Raubtierreviers. „Hier im Zoo können deshalb Kater und Katze nicht dauerhaft zusammen gehalten werden, wie es bei vielen anderen Katzen möglich ist. Die Katze hat ihr eigenes Revier, in das das Männchen von uns gebracht wird. Dort können [...]










